Zur Unterstützung der Wasserzirkulation haben wir vor etwa drei Jahren ein sogenanntes Unterwassersegel gebaut und im großen See der Kiesgrube Sonnenberg platziert. Bei dem Segel handelte es sich um eine 10m x 10m große Plane, die an der Oberseite an ineinandergesteckte, schwimmende Kunststoffrohre gebunden und an der Unterseite mit Gewichten beschwert wurde. Diese Konstruktion wurde an ein Kunststofffass gebunden, welches durch zwei Ankersteine (Rasengittersteine) an Ort und Stelle gehalten wurde.
Bei starkem Wind und entsprechendem Wellengang sollte das sauerstoffreiche Oberflächenwasser gegen das Unterwassersegel drücken und an der Plane entlang in tiefere Wasserschichten gelangen. So sollte eine bessere Durchmischung des Wasserkörpers und in der Folge eine bessere Sauerstoffversorgung des Tiefenwassers erreicht werden.
Zur Überprüfung der Funktionalität wurden bei starken Windereignissen Sauerstoffmessungen vor und hinter dem Segel durchgeführt. Leider konnten wir keine signifikanten Unterschiede feststellen. Im letzten Jahr konnte das Segel schließlich den Herbststürmen nicht mehr standhalten. Die Plane ist eingerissen und die Rohrverbindung an der Oberfläche löste sich. Wir haben daher entschieden das Segel wieder zu entfernen und anschließend zu entsorgen.
Im April wurde das Segel dann mithilfe unseres Bootes aus dem See geholt. Leider ließen sich die schweren Ankersteine vom Boot aus nicht aus dem Wasser heben. Um keine Altlasten im Gewässer zu hinterlassen, hatten wir uns kurzfristig entschieden, das Fass, das an den Ankersteinen befestigt war, vorläufig im See zu lassen und die Steine zu einem späteren Zeitpunkt mit Tauchern zu bergen.
Im September war es nun soweit. Mit Tauchausrüstung und einem großen Hebesack für Gewichte bis 100kg ging es hinab auf 13m Tiefe. Am Grund des Sees war es 4,5 °C kalt und stockfinster. Nachdem der Schlamm durch die Flossen aufgewirbelt wurde, konnten auch die Taucherlampen nichts mehr ausrichten, sodass die Arbeiten vollständig blind ausgeführt wurden. Der Hebesack wurde direkt an die Ankersteine gebunden und anschließend mit Pressluft gefüllt. Nach kurzer Zeit begann der Hebesack langsam aufzusteigen und erreichte noch vor den Tauchern die Oberfläche.
Trotz der schwierigen Arbeitsbedingungen konnte der Einsatz zügig und erfolgreich abgeschlossen werden. Wir bedauern, dass das Unterwassersegel die Situation in Sonnenberg nicht verbessern konnte. Wir werden weitere Maßnahmen prüfen, die zu einer Stabilisation des Sauerstoffgehalts führen könnten. Bis dahin werden die Sauerstoffwerte des Sees weiterhin regelmäßig überwacht.


