
Bienroder See
Der Bienroder See ist einer der bekanntesten Seen in Braunschweig. Im Sommer herrscht hier reger Badebetrieb. Dies können wir leider nur im nördlichen Teil des Sees, der sich in unserem Eigentum befindet, verhindern. Der See wird gemeinsam mit dem ASV Braunschweig, der den anderen Teil des Sees gepachtet hat, beangelt. So haben unsere Mitglieder die Möglichkeit mit befreundeten Anglern aus unserem Nachbarverein gemeinsam angeln zu können. Außerdem ist der See für die Angelei vom Bellyboot freigegeben. Dies ermöglicht unseren Hechtanglern gezielt über den großen Krautfeldern auf Beutefang zu gehen und einen vom Ufer aus unerreichbaren Fisch zu fangen.
Übersichtskarte der Vereinsgewässer
Um sich einzelne Gewässer anzeigen zu lassen, öffnen Sie bitte die Gewässerauswahl durch einen Klick auf das Symbol oben links in der Menüleiste der Karte und wählen Sie das gewünschte Gewässer aus.
Besondere Bestimmungen
- Die Fischereiaufsicht wird gemeinsam durch den ASV BS und den KBF wahrgenommen
- Das geschlossene Waldgebiet am Westufer dient als Kinderstube des Wildes. Beangeln und Betreten sind verboten
- Karpfen sind das gesamte Jahr im Rahmen der Fangmenge frei
- Vom 01.05. bis 31.12. ist die Benutzung eines Bellybootes erlaubt.
Es darf nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und nur für das Fischen mit Kunstköder benutzt werden. Zu Uferanglern ist ein Abstand von mindestens 25m einzuhalten
Gewässerbericht von Hans Jäger
Seit vielen Jahren war uns dieses Gewässer bekannt, weil die Mitglieder unseres Nachbarvereins, dem ASV Braunschweig, dort fischten. Somit war es nicht unmittelbar in unserem Fokus. Was wir nicht wussten war, dass der ASV nur den Teil, der der Stadt Braunschweig gehörte, gepachtet hatte. Das haben wir erst erfahren, als uns 1997 Herr Wedemeyer, der Betreiber der ehemaligen Kiesgrube anrief und zu einem Gespräch bat. Dabei wurde uns erläutert, dass er und die Landeskirche ca. 2/3 des Gewässers besitzen und eine Verpachtung an den ASV nicht zur Diskussion stand. Es wurde uns deutlich gemacht, dass entweder der Klub Braunschweiger Fischer das Gewässer per Pacht übernimmt oder es meistbietend an Privatinteressenten verpachtet wird. Somit konnten wir entscheiden, ob der See für die allgemeine Fischerei noch zur Verfügung steht oder Privatinteressenten sich erstmals in Braunschweig an einem größeren Gewässer breitmachen würden.
Nach einem Gespräch mit dem Vorstand des ASV Braunschweig, haben wir uns für eine Anpachtung ausgesprochen. Einige Jahre später folgte eine Vereinbarung mit dem ASV zur gemeinsamen Bewirtschaftung und Befischung.
Für uns war dieses Gewässer auch nicht uninteressant, weil wir in diesem Gebiet überhaupt nicht vertreten waren. Bekannt war uns, dass es im Sommer, wie an anderen städtischen Gewässern, eine relativ starke Nutzung durch Badegäste gab. Nicht bekannt war, dass sich dort über viele Jahre auch noch Aktivitäten anderer Art breitgemacht hatten.
Diese Aktivitäten sind, wie der Badebetrieb in den Sommermonaten, ein Störfaktor. Aber darf er dazu führen, dass die Fischerei vor solch einer Herausforderung kapituliert? Ich bin weiterhin der Auffassung, dass wir uns nicht verstecken sollten, sondern in jeder Form Flagge zeigen. Bedauerlich ist, dass wir ziemlich allein diesen Kampf austragen. Da könnten wir uns mehr Unterstützung von Seiten der Stadt Braunschweig vorstellen. Ein paar Erfolge haben wir erzielen können, aber ein entscheidender Durchbruch ist bisher nicht gelungen. Wenn wir schon im Sommer mit Einschränkungen leben müssen, dann wollten wir unseren Mitgliedern als Ausgleich die Möglichkeit bieten, dieses Gewässer, mit seinem guten Fischbestand, auch in der Zeit zu befischen, wo andere Gewässer wegen Besatz- und Pflegemaßnahmen gesperrt sind.
Im Jahre 2004 wurde uns der Wunsch von Familie Wedemeyer angetragen, die an uns verpachte Fläche zu verkaufen. Wir standen nun vor der Frage, wollen wir auch als Teileigentümer weitermachen, wohl wissend, dass wir nie das gesamte Gewässer in unserem Besitz nehmen können oder verzichten wir ganz. Eine Frage, die auch wegen der geschilderten Beeinträchtigung durch Dritte, nicht so leicht zu beantworten war.
Letztlich haben wir dem Kauf zugestimmt, weil es aus unserer Sicht für die Fischerei in Braunschweig der bessere Weg war. Gleich was in Zukunft von Seiten der Stadt, z.B. genehmigter Badebetrieb ja oder nein, geplant wird, es geht nicht ohne Einbindung aller Eigentümer und damit hat die Fischerei bzw. unser Verein, immer ein Bein in der Tür.
Der Fischbestand in Bienrode bestand in erster Linie aus allen heimischen Weißfischarten, Karpfen, Schleie, Hecht, Barsch und Aal. Nie getätigt wurde der Besatz mit Welsen und trotzdem erreichen uns in letzter Zeit auch aus diesem Gewässer, Meldungen über den Fang von vielen kleinen Welsen der verschiedensten Jahrgänge. Eine Erklärung dafür gibt es nicht, aber von der Logik müssen große Welse vorhanden sein, die sich seit ein paar Jahren vermehren. Eine Erscheinung, die wir leider an fast allen Gewässern, die nie mit Welsen besetzt wurden, feststellen müssen. Als unwahrscheinlich gilt eine Verbreitung durch Wasservögel. Bleibt am Ende nur, dass es Sportsfreunde gibt, die durch unerlaubtes Umsetzen von Fischen tätig geworden sind. Eine Gefahr auf die wir immer wieder hinweisen und die nicht zu unterschätzen ist, wenn wir in diesen Zusammenhang an die Wolgazander oder die Schwarzmundgrundel im Kanal denken.
Verfasst am 20.11.2015