Klub Braunschweiger Fischer e.V.

Förderung des Krautwachstums in Sonnenberg

Der große See unserer Kiesgrube Sonnenberg hat noch immer das Problem von sehr stark schwankenden Sauerstoffkonzentrationen im Jahresverlauf. Die Ursache dafür ist ein natürlicher Prozess: Im Laufe eines Jahres kommt es grundsätzlich zwei Mal zu einer temperaturbedingten Wasservollzirkulation, die bei Seen völlig natürlich ist. In intakten Ökosystemen sorgt diese Zirkulation für eine Vermischung des sauerstoffreichen und sauerstoffarmen Wassers. Dadurch schwanken die Sauerstoffkonzentrationen. Fische und andere Wasserorganismen kommen mit diesen moderaten Schwankungen in der Regel gut zurecht.

Leider ist das ökologische Gleichgewicht in Sonnenberg seit Jahren gestört. Große Mengen im Wasser gelöster Nährstoffe begünstigen eine massive Algenblüte in den Sommermonaten. Dadurch gelangt das Sonnenlicht nur in die ersten ein bis zwei Meter unterhalb der Wasseroberfläche, wo die Algen Sauerstoff produzieren. In den tieferen Wasserschichten finden sauerstoffzehrende Zersetzungsprozesse statt und der Sauerstoff wird nahezu aufgebraucht. Durch die überproportional große Menge von sauerstoffarmem Wasser fällt die Sauerstoffkonzentration bei der Vermischung des Wassers im gesamten Wasserkörpers stark ab und kann einen lebensfeindlichen Bereich erreichen.

Ein Grund für die niedrigen Sauerstoffkonzentrationen ist das Fehlen von Wasserpflanzen, die für die Sauerstoffproduktion und die Bindung von Nährstoffen in einem Gewässer unerlässlich sind. So sorgen Wasserpflanzen für stabile Verhältnisse in den Gewässern.

Wie bereits auf der JHV 2025 berichtet wurde, sollte ein weiterer Versuch unternommen werden, die Sauerstoffprobleme im großen See zu verbessern. Das Abfischen des eingezäunten Bereichs im Jahr 2024 hat dafür gesorgt, dass in diesem Bereich nun keine Karpfen mehr schwimmen. Auch das Vorhandensein von Graskarpfen innerhalb des Beckens kann ausgeschlossen werden. Damit sind die Voraussetzungen erfüllt, dass ein Krautwachstum wieder möglich ist. Die Hoffnung, dass ein natürliches Krautwachstum einsetzt, hat sich bislang leider nicht erfüllt.

Daher wurde im Rahmen des Ablassens unseres Zuchtteichs die Gelegenheit genutzt, eine große Menge Hornkraut zu „ernten“ und in das Becken nach Sonnenberg zu bringen. Dieser „Initialbesatz“ soll nun dazu führen, dass das Kraut dort anwächst und sich verbreitet um in den kritischen Phasen zusätzlichen Sauerstoff zu produzieren. Die Maßnahme wird von dem Verbandsbiologen des AVN, Dr. Matthias Emmrich, empfohlen und wurde bereits im letzten Jahr vom Vorstand für die Umsetzung im Frühjahr 2025 freigegeben.

Vielleicht kann dieser Schritt ein weiterer Beitrag zur Gewässersanierung in Sonnenberg sein. In jedem Fall ist der Ansatz risikofrei und kostenlos und wurde daher nun erfolgreich umgesetzt. Weitere Maßnahmen wird der Vereinsvorstand im Laufe des Jahres unter Hinzuziehung von Experten bewerten.