
Neuer Teich
Der Neue Teich ist der „jüngere Bruder“ vom Quellenteich und wird gerne von Mitgliedern aufgesucht, die kein Auto zur Verfügung haben. Durch die Nähe zum Westpark gibt es hier viele Spaziergänger, die aber in aller Regel sehr freundlich auf uns Angler reagieren. Im Frühjahr dominieren die Karpfenangler am Teich. Später im Jahr wird es hier ruhiger und man trifft nur noch den ein oder anderen Spinnangler. Aufgrund der starken Schlammentwicklung wird hier besonders darauf geachtet, dass das Anfütterverbot umgesetzt wird.
Übersichtskarte der Vereinsgewässer
Um sich einzelne Gewässer anzeigen zu lassen, öffnen Sie bitte die Gewässerauswahl durch einen Klick auf das Symbol oben links in der Menüleiste der Karte und wählen Sie das gewünschte Gewässer aus.
Besondere Bestimmungen
- Freigabe vom 01.04. bis 31.12.
- Zwei Handangeln, wovon eine eine Raubfischangel sein darf
- Das Anfüttern ist nicht erlaubt. Es dürfen nur Hakenköder mitgeführt werden
- Das Angeln mit jeglichen Kunstködern ist bis zum 30.04. verboten
Gewässerbericht von Hans Jäger
Der KBF hatte im Jahre 1959 rund 400 Mitglieder, die dringend neue, nutzbare Angelgewässer brauchten. Nutzbar, weil zu dieser Zeit die vorhandenen Flüsse wie Oker und Schunter durch die zunehmende Verschmutzung und jährliche Fischsterben, nahezu unbrauchbar geworden waren. Im Grunde standen nur noch der Kanal und die Denstorfer Kiesgruben, für die Fischerei im Verein zur Verfügung.
Der damalige Vorstand unter der Leitung von Willy Garling entwickelte den Plan in unmittelbarer Nähe der Stadt, in der Raffteichaue einen ca. 12 Morgen großen Teich anzulegen. Da für diese Maßnahme erhebliche Mittel benötigt wurden, mussten die Mitglieder sogenannte Bausteine für 25 DM käuflich erwerben, die in späteren Jahren zurückgezahlt oder dem Verein als Spende übertragen werden sollten. Eine Aktion, die von der Mehrheit getragen wurde, aber trotzdem sehr viel Unruhe hervorrief.
Unabhängig davon rückten kurze Zeit später die Baumaschinen an und schoben die Mulde für den späteren Teich. Aber damit war es nicht getan. Überall wo die damalige Technik versagte mussten in unzähligen Arbeitseinsätzen die Mitglieder mit Schaufel und Spaten heran um Gräben, für die in der Teichsohle zu verlegende Rohrleitungen, auszuheben. Durch diese sollte das überschüssige Wasser aus dem Raffteichbad, unter dem Teich entlang, zum Schölkegraben geleitet werden. Auch die Böschungsbereiche mussten befestigt und modelliert werden. Abfluss- und Überlaufmönche gemauert, so dass eine regulierbare Wasserführung gewährleistet werden konnte.
Als dieses in mühevoller Handarbeit von den Mitgliedern fertiggestellt war, konnten Raupen den zwischengelagerten Boden zur Erstellung der Insel und des Damms in Richtung Lehndorf aufschütten. Es war eine unglaubliche Leistung die damals von allen erbracht wurde, so dass schon ein Jahr später der Teich geflutet und die ersten Fische im Quellenteich ausgesetzt werden konnten. Am östlichen Ufer entstand eine Holzhütte mit Vorbau als Schutz vor Regen.
Nach der Eröffnung, die 1960 unter großer Beteiligung gefeiert wurde, erfreute sich der Teich großer Zustimmung, weil er von Braunschweig mit dem Fahrrad oder per Bus gut zu erreichen war. Dieses sollte nur der Anfang sein, kurze Zeit später rückten erneut Baumaschinen aus, um einen zweiten Teich mit angrenzenden Zuchtteichen entstehen zu lassen. Diese Anlage wurde im Jahre 1966 fertiggestellt. Auch hier war wieder der ehrenamtliche Einsatz analog zum Quellenteich.
In den ersten Jahren entwickelten sich im Quellenteich ungeahnte Mengen von Wasserpflanzen, so dass man glaubte an einer blühenden Wiese zu stehen. Nur an wenigen kleinen Stellen gab es Lücken, wo man eine Pose mit Köder platzieren konnte. Einen der wenigen Karpfen zu landen war fast unmöglich, dafür vermehrten sich die Rotaugen in ungeheurer Zahl. Ein Mähboot musste angeschafft werden um den Teich überhaupt befischbar zu halten.
Ich erinnere mich sehr gut, wie wir dreimal im Jahr das Kraut dort mähen mussten und in mühevoller Handarbeit an Land brachten. Alles Geschichte, die Hütte oder was davon noch übriggeblieben war, mussten wir nach vielen Einbrüchen und der Zerstörungswucht junger Leute vor einigen Jahren entfernen. Eine erste Entschlammungsaktion war wegen der zunehmenden Verlandung ebenfalls nötig.
Leider konnten selbst Moorraupen nur einen Teil der Ablagerungen an das nördliche Ufer drücken. Eine Entnahme war wegen der Auflagen und fehlender Deponieflächen, zum Abtrocknen des Schlamms, nicht möglich. Heute haben beide Teiche, als stadtnahe Gewässer mit einem Fischbestand von Karpfen, Schleie, Hecht, Zander, Barsch und Aal immer noch ihre Bedeutung und sind in den neu entstandenen Westpark integriert.
Verfasst am 08.08.2016