Klub Braunschweiger Fischer e.V.

Notabfischung in Sonnenberg

Eigentlich war für den heutigen Samstag das Absammeln der letzten Fische aus den Klärteichen bei Königslutter geplant. Die Teiche wurden gestern bis auf eine kleine Restwassermenge abgepumpt und sollten heute vollständig entleert werden, sodass wir mit Wathosen die verbliebenen Fische hätten einsammeln können. Dieser Plan musste jedoch sehr kurzfristig geändert werden…

Seit ein paar Wochen sinken die Sauerstoffwerte im großen See in Sonnenberg kontinuierlich. Wir haben daher unsere Messfrequenz von monatsweise auf wochenweise erhöht und waren zuletzt sogar zweimal in der Woche mit dem Boot auf dem See, um die Werte zu messen. In der letzten Woche waren die Werte bereits im kritischen Bereich, jedoch blieben sie dann aufgrund der gestiegenen Außentemperaturen konstant. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag führte eine leichte Abkühlung des Wassers zu einer stärkeren Durchmischung des Wasserkörpers und infolgedessen zu einer fast vollständigen Sauerstoffzehrung in der gesamten Wassersäule. Die Folge waren tausende Weißfische in Notatmung an der Oberfläche.

Wir entschieden uns daher kurzerhand, den Einsatz in Königslutter zu verschieben und stattdessen in Sonnenberg die eingezäunte Bucht am Parkplatz mit dem Zugnetz abzufischen, um die Fische in sauerstoffreichere Gewässer umzusetzen. Diese Maßnahme hatten wir bereits im letzten Jahr mit großem Erfolg durchgeführt.

Das Ausbringen und Einholen des Netzes erfolgte routiniert und völlig problemlos. Beim Einholen der Netzflügel war es etwas mühsam, die unzähligen kleinen Fluss- und Kaulbarsche zu befreien, die mit ihren Kiemenbögen in den Netzmaschen feststeckten. Doch die eigentliche Arbeit begann erst, als der große Fangsack des Netzes am Ufer war. Erst jetzt wurde klar, dass wir es nicht mit hunderten, sondern tausenden Kilos Fisch zu tun bekommen sollten. Rotaugen, Rotfedern, Güstern, Brassen und Barsche wurden massenweise aus dem Netzt gekeschert und in die Transportbehälter verfrachtet. Insgesamt fünf Fahrten mit unserem Zweiachsanhänger waren nötig, um die Fische abzutransportieren. Über zwei Tonnen Fisch wurden zum Vechelder See und zur Kiesgrube Denstorf gebracht. Darüber hinaus wurde eine weitere halbe Tonne in den kleinen See in Sonnenberg umgesetzt. Dazu kamen noch große Schleien, ein paar Hechte, ein Karpfen und ein Aal.

Eine unglaubliche Menge von Fischen in diesem kleinen Teilbereich des Sees. Unklar ist, wie groß der Gesamtfischbestand des Sees wirklich ist. Es mag Viele erstaunen, welche Fischmassen in einem See vorkommen, der seit vielen Jahren vom Fischbesatz ausgenommen ist. Die natürliche Produktionskraft dieses Gewässers ist beeindruckend. Natürlich löst eine solche Notabfischung nicht die Probleme, die dieses Gewässer hat, aber die Maßnahme konnte Schlimmeres verhindern. Wir werden weiter nach Lösungen suchen, um eine nachhaltige ökologische Stabilisierung des Gewässers zu erreichen.