Klub Braunschweiger Fischer e.V.

Ölper See

Der Ölper See ist unser bestes Raubfischgewässer. Barsche, Hechte, Zander und Welse kommen hier in kapitalen Größen vor. Bei einem Okerhochwasser drückt die Oker über eine Überlaufschwelle in den See, sodass dieser jedes Jahr unbeabsichtigt mit Okerfischen „besetzt“ wird. Dadurch hat sich ein ausgezeichneter Weißfischbestand entwickelt, der sich vor allem durch große Brassen auszeichnet. Für Futterkorbangler wurde im See ausnahmsweise die Verwendung von Futtermehlen freigegeben. Auch Bellybootangeln ist hier erlaubt. Wen der Trubel in den Sommermonaten nicht stört hat hier ein gut erreichbares Gewässer mit vielen Möglichkeiten seinem Hobby nachzugehen.

Größe: 15,5 Hektar

Fischbestand

Hecht, Zander, Karpfen, Schleie, Aal, Wels

Um sich einzelne Gewässer anzeigen zu lassen, öffnen Sie bitte die Gewässerauswahl durch einen Klick auf das Symbol oben links in der Menüleiste der Karte und wählen Sie das gewünschte Gewässer aus.

  • Karpfen sind das gesamte Jahr im Rahmen der Fangmenge frei
  • Das Beangeln der Überlaufschwelle bzw. das Treibenlassen der Angel in den Schonbereich des alten Okerarms sind nicht gestattet
  • Das Angeln mit jeglichen Kunstködern ist während der Raubfischschonzeit vom 01.01. bis 30.04. verboten
  • Vom 01.05. bis 31.12. ist die Benutzung eines Bellybootes erlaubt. Es darf nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und nur für das Fischen mit Kunstköder benutzt werden. Zu Uferanglern ist ein Abstand von mindestens 25m einzuhalten
  • Die Verwendung von Lockmitteln ist im Rahmen der Höchstmenge für Futtermittel erlaubt

Nach einer langen Debatte im Rat der Stadt Braunschweig wurde in den siebziger Jahren beschlossen, dass westlich von Braunschweig eine Stadtautobahn gebaut werden sollte. Damit wollte man den stetig zunehmenden Verkehr auf dem Ring begegnen und für eine entsprechende Entlastung sorgen. 

Da für solch ein Objekt riesige Mengen Sand nötig waren, ergab sich die Frage, wo kommt dieser her! 

Die Planung konzentrierte sich schnell darauf, einen künstlichen See in der Okeraue zwischen Ölper und Schwarzer Berg zu schaffen, der rund 23 Hektar groß und nach der Fertigstellung als Naherholungsgebiet für das neue Wohngebiet am Schwarzen Berg dienen sollte. In dieser Phase wurde er noch als Nordsee bezeichnet.

1974 rückten Bagger an und gruben ein 20 x 20 Meter großes Loch, in dem kurze Zeit später ein Spülschiff gesetzt wurde. Mit diesem sollte der Sand abgebaut und direkt über kilometerlange Rohrleitungen zu den Aufschüttflächen gespült werden.

Ich war zu dieser Zeit Gewässerwart des Vereins und es war mir klar, dass wir schnell handeln mussten, wenn wir dieses Gewässer für den KBF sichern wollten.

So wurde bereits wenige Wochen nachdem die ersten Wasserflächen entstanden waren, die Presse eingeladen und der erste Fischbesatz getätigt. Es waren Rotaugen und Brassen die hier eine neue Heimat finden sollten. Das Risiko, was wir damit eingingen, war uns sehr wohl bewusst, aber wir hielten es für kalkulierbar.

Diese Aktion wurde von der Öffentlichkeit positiv aufgenommen und es sind auch zu keiner Zeit Fische auf die Dämme gespült worden. 

Der See liegt im ursprünglichen Flussgebiet der Oker, die sich hier in einer nördlichen Freiflut und den südlichen zur Ölper Mühle führenden Mühlengraben verzweigte.

Der See ist in einen Ober- und Untersee geteilt, die durch eine Überlaufschwelle miteinander verbunden sind. Der wesentlich größere hat eine Wasserfläche von 15 Hektar sowie eine Maximaltiefe von 14,3 Metern. Die größte Ausdehnung in Ost-West-Richtung beträgt etwa 800 Meter. Der kleinere Untersee liegt auf dem Niveau des Unterwassers am Ölper Wehr. Er ist etwa 3 Meter tief und 2 Hektar groß. Er ist Bestandteil des Naturschutzgebietes „Braunschweiger Okeraue“

Seinen heutigen Namen, Ölper See, verdankt er dem angrenzenden Ortsteil Ölper. 

Er ist in erster Linie mit Grundwasser gefüllt. Im Hochwasserfall tritt die Oker über eine Überlaufschwelle in den See. Leider hat dieses den Nachteil, dass in solchen Fällen die Sedimente der Oker in den See fließen und zu einer stetigen Verlandung beitragen. Aus unserer Sicht wäre es besser gewesen das Wasser um den See herum zu leiten, so dass sich die Schwebstoffe, wie seit Jahrhunderten, in den Wiesen der Okeraue ablagern.

Schade ist es auch, dass die beiden alten Okerwehre ihrer Funktion beraubt wurden. Das eine unmittelbar am See gelegen ist fast völlig im Schlamm versunken, das Mühlenwehr zwar noch funktionsfähig, aber kaum mit Wasser beaufschlagt, fristet als Naturdenkmal vor sich hin. Dabei könnten beide Wehre nicht nur eine sinnvolle Funktion übernehmen, sondern als geschützte Denkmäler, den vielen Spaziergänger am See einen Einblick, in die ehemaligen Funktionsweise geben.

Als Fische tummeln sich inzwischen neben Rotaugen und Brassen, stattliche Karpfen, Hechte, Aale und Zander in dem Gewässer. Darüber hinaus ist er Heimat von Welsen die bereits die Zweimetermarke überschritten haben.

Verfasst am 16.06.2016