Während eines Arbeitsdienstes am Wellenbruchsee erreichte uns ein Anruf des NABU Kreisverbands Peine. An der Kiesgrube Denstorf wurde ein Jungschwan gemeldet, dem eine Angelschnur aus dem Schnabel hing. Umgehend machten wir uns mit Wathose und Dosenmais auf den Weg an den See, um das Tier einzufangen und von der Schnur zu befreien.
Vor Ort mussten wir feststellen, dass der Jungschwan offenbar schon fehlgeschlagene Fangversuche erlebt hatte und entsprechend misstrauisch war. Auf den süßen Dosenmais reagierte seine ganze Familie – er jedoch leider kaum. Er kam einfach nicht nah genug ans Ufer, um ihn von dort mit einem schnellen Griff zu fangen.
Wir holten daher unser Vereinsboot zur Unterstützung, weil wir hofften, dass er vielleicht noch nicht flugfähig sei und sich vom Wasser aus fangen lasse. Bereits beim ersten Fangversuch vom Boot aus, zeigte er sehr eindrücklich, dass diese Hoffnung falsch war und flog an unserem Boot vorbei. Weitere Fangversuche schlugen ebenfalls fehl.
Wir mussten den Rettungseinsatz daher abbrechen und beschlossen in der Nacht einen weiteren Versuch zu unternehmen. Unser Gedanke war, dass er in der Dunkelheit vielleicht aufgrund fehlender Orientierung nicht davonfliegen werde. Um bei dem Fangversuch wendiger zu sein, entschied ich mich gegen das Boot und für den Neoprenanzug. Der Plan gelang und ich bekam den Schwan zu fassen. Bei der anschließenden Untersuchung stellten wir fest, dass sich ein Stück geflochtene Angelschnur so um den Unterschnabel gewickelt hatte, dass eine Nahrungsaufnahme wohl nur begrenzt möglich war. Wir befreiten das Tier von der Schnur und ließen ihn unversehrt zurück ins Wasser.
Dieser Einsatz sowie weitere vergleichbare Einsätze im Jahresverlauf verdeutlichen sehr anschaulich die Gefahr von Angelschnüren im und am Wasser. Natürlich ist es nicht immer möglich eine abgerissene Montage zu bergen. Dennoch bitten wir alle Mitglieder so achtsam wie möglich mit Schnur- und Montagenresten umzugehen und diese keinesfalls am Gewässer zu hinterlassen. Wenn Wasservögel oder andere Tiere an unseren Gewässern in entsprechenden Notlagen beobachtet werden, bitten wir um schnelle Hinweise, damit wir uns um die Tiere kümmern können.


